Wie Fehler zu Helfern werden & eine einfache Technik aus Fehlern zu lernen

Wie Fehler zu Helfern werden & eine einfache Technik aus Fehlern zu lernen

Wie Fehler zu Helfern werden & eine einfache Technik aus Fehlern zu lernen

Lernen aus Fehlern heißt, Grenzen zu erfahren und Fehler nicht mehr zu wiederholen. Im Prinzip tust du ungewollt etwas, das zur Einsicht führt: mit diesem Tun komme ich nicht weiter.

Möchtest du wissen, wie du aus einem Fehler einen Helfer machst? Dann bleib dran! Es gibt heute exklusiv für dich ein lösungsorientiertes Kurzcoaching zur Selbstanwendung.

Aus Fehlern lernen

Lernen bedeutet, dass du aktiv Wissen erwirbst und Erfahrungen machst. Es gibt unterschiedliche Wege, wie du lernen kannst.

Einer davon ist: Fehler zu machen. Diese können fachlicher, moralischer oder sozialer Natur sein.

Du sammelst „negatives Wissen“, das dir Informationen über Schwächen und Mängel liefert, die im Ernstfall nicht auftreten dürfen.

Zum Beispiel lernt ein Pilot im Simulator unter anderem, was er – besonders in kritischen Situationen – nicht tun darf, weil dies zu Abstürzen und Unfällen führen würde.

Umgang mit einem Fauxpas

Hört sich einfach an. Was ist mit all deinem Ärger, der Wut und der Enttäuschung, nachdem der Fehler passiert ist?

Wenn dir ein echter „Hammer-Fehler“ unterlaufen ist, dann folgen aus deinem Umfeld, der Familie, deinem Freundeskreis oder den Kollegen Vorwürfe oder Beschuldigungen.

Diese Emotionen sind nachvollziehbar und gehören zum „Fehler machen“ dazu. Sie werden mit dem negativen Wissen gekoppelt und der Wunsch entsteht, den Fehler nicht zu wiederholen.

In der Regel weißt du sehr genau, wo dein Fehler liegt und welche Konsequenzen dieser mitbringt. Die Herausforderung liegt darin, herauszufinden wie du damit umgehen kannst.   

Wer einen Fehler macht, ist nicht gut in dem, was er tut.

Glaubst du an diesen Satz? Es ist ein Ausdruck deiner Persönlichkeit, wie du mit deinen Fehlern umgehst.

Fehler, Umgang mit Fehlern, Lernen aus Fehlern

Vielleicht kehrst du deinen „Schnitzer“ aus Angst vor möglichen Konsequenzen unter den Teppich oder vergräbst ihn im Keller.

Alles in der Hoffnung, dass er unentdeckt bleibt. Der Druck den Fehler zu verheimlichen und zu vermeiden führt zu zusätzlichem Stress.

In einer „fehlerfreien Welt“ musst du dich nie hinterfragen oder dein Handeln erklären. Du erhältst nicht die Chance, deine Stärken weiter zu verbessern oder an bisher unerkannten Schwächen zu arbeiten.

In dieser Welt wirst du nicht erfahren, was nicht funktioniert, wo eventuell Potenzial besteht oder welche Ideen noch einmal überdacht werden könnten.

Natürlich ist es wichtig, besonders im beruflichen Kontext, keinen Fehler zu machen, der ein Ergebnis vielleicht verschlechtert.

Allerdings gehören Fehler genauso zum Leben, wie Liebe, Enttäuschung, Freude, Trauer, etc.  Sie helfen dir deine Stärken noch weiter zu verbessern oder an bisher unerkannten Schwächen zu arbeiten.

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.

Dietrich Bonhoeffer

Fehler als Lerngeschenk

„Das ist ein schönes Lerngeschenk!“ sagte mein Freund und Kollege zu mir, als ich ihm von einem Missgeschick erzählte.

Den Fehler als Lerngeschenk zu bezeichnen hilft dir eine positivere Einstellung dazu zu finden.

Ein Geschenk nimmst du gerne an und du setzt dich damit auseinander. Danach geht es trotz des neuen Geschenks weiter.

Ein Lerngeschenk ist nicht Angst einflößend und suggeriert, dass du nach einem Rückschlag wieder aufstehen kannst.

Verrückt aber hilfreich: Erlaube dir Fehler zu begehen!

Je mehr Lerngeschenke du sammelst, umso mehr schärfst du dein eigenes Selbstbild und steigerst deine Effizienz. Das stärkt deine Persönlichkeit.

Das war ein RIESEN-Fauxpas: Raus aus den Selbstvorwürfen

„Wie konnte mir das nur passieren?“ Du hast einen Fehler gemacht und nimmst dir diesen übel. Ein Gefühl im Bauch wie ein Haufen Steine.

Wer kennt das nicht? Es ist was schief gelaufen und lässt sich leider nicht mehr rückgängig machen. „Hätte ich doch was anderes gesagt, anders gehandelt. Hätte ich doch nur zeitiger angefangen. Wäre ich nur beherrschter gewesen.“

In Selbstvorwürfen und Schuldzuweisungen zu baden gehört erstmal zum Fehler machen dazu. Hier ist es wichtig, die Gefühle anzunehmen aber nicht lange darin zu verweilen.

Der Blick nach vorne sollte direkt darauf folgen. Eine Unterstützung bietet die Methode „Fehler-Sonne“.

Die „Fehler-Sonne“: Eine beeindruckende Methode, um effektiv aus Fehlern zu lernen

„Die Fehler-Sonne“ von Sabine Asgodom ist eine wertvolle Möglichkeit zur Selbstreflexion. Insbesondere für diejenigen, die selbst ihre größten Kritiker sind.

Fehler-Sonne

Du kannst dich damit selber coachen und deine Entwicklung voranbringen. Plane 20 bis 30 Minuten für diese Übung ein. Voraussetzung ist, dass du ehrlich zu dir bist, sowie liebe- und verständnisvoll mit dir umgehst.

Deine Vorteile mit dieser Methode

Diese Übung ist ein lösungsorientiertes Kurzcoaching und bringt viele Vorteile mit:

  • Schnelle Hilfe, um aus deinen Selbstvorwürfen herauszufinden.
  • Richtet deinen Blick nicht in die Vergangenheit sondern in die Zukunft.
  • Du kannst dieses Tool sehr gut bei dir selber anwenden.
  • Es hat eine klare Vorgehensstruktur. 
  • Diese Methode konzentriert sich nicht auf Schuld und Schuldzuweisungen, sondern auf die nüchterne Analyse und das Suchen nach Optimierungsmöglichkeiten.

Übung Fehler-Sonne: Ein Beispiel

Vor kurzem vereinbarte Melanie mit ihrer Schwester Anna, dass sie das Geschenk für ihre Mutter zum 60. Geburtstag besorgt. Anna hätte diese Aufgabe auch sehr gerne übernommen, aber ihre Schwester bestand darauf.

Einen Tag vor dem Geburtstag steht Melanie ohne Geschenk da. Sie macht sich heftige Vorwürfe. Hat ein schlechtes Gewissen und weiß nicht was sie tun soll.

Ihre vierjährigen Zwillinge erholen sich immer noch von der Grippe, das Projekt im Büro stockt und ihre Anwesenheit ist dringend erforderlich.

Neben ihrer Erschöpfung wird sie wohl oder übel ihrer Schwester Rede und Antwort stehen.

Sie fühlt sich noch elender, wenn sie daran denkt, dass sie – ohne die zuverlässige Unterstützung ihrer Mutter – die Teamleiterstelle nicht hätte annehmen können.

Ihre Schwester ist wie erwartet sauer und enttäuscht. Trotzdem ist sie eingesprungen und die Geburtstagsüberraschung war gelungen.

Wie geht es Melanie? Noch Tage danach nimmt sie sich diesen Fehler sehr übel. Sie versteht einfach nicht, wie ihr das passieren konnte.

Mit ihrer Selbstbeschimpfung verfällt sie in einen Strudel aus Selbstzweifel und Vorwürfen. Ihre Situation verbessert sich nicht. Ganz im Gegenteil.

Die Fehler-Sonne soll ihr helfen, den Blick wieder nach vorne zu richten.

Die vier Schritte der Fehler-Sonne

1. Schritt: Alles hat zwei Seiten

Nimm dir ein DIN A 4 Blatt und lege es quer. Teile das Blatt durch eine senkrechte Linie in der Mitte.

2. Schritt: Die Sonne geht auf – auch über deine Fehler

Male eine Sonne in die Mitte des Blattes. Der Knick teilt die Sonne in zwei Hälften. In die linke Hälfte der Sonne schreibst du den Fehler, den du gemacht hast oder über den du nachdenkst.

Melanie schreibt: Geschenk vergessen.

Dann malst du Sonnenstrahlen dazu. Überlege kurz, was deiner Meinung nach im Rückblick zum Fehler geführt hat und schreibe alle Ursachen auf die einzelnen Sonnenstrahlen. Nimm alle Ursachen und Aspekte genau wahr, die zum Fehlverhalten geführt haben könnten.

Melanie notiert folgende sieben Punkte:

  1. Die Zwillinge waren zwei Wochen krank.
  2. Wenig geschlafen.
  3. Im Büro und zu Hause ist deswegen Arbeit liegen geblieben.
  4. Überstunden gemacht.
  5. Keine Hilfe angenommen.
  6. Zu viele Aufgaben übernommen.
  7. Nicht an mich gedacht.

3. Schritt: Die Sonne geht auf und Lösungen finden sich.

Jetzt schreibst du in die rechte Hälfte der Sonne dein Ziel für die Zukunft.

Alternativ kannst du das Ziel benennen und erst zum Abschluss aufschreiben. Also, wie soll es in Zukunft sein, damit dieser Fehler nicht mehr vorkommt?

Nun schaust du dir die linke Seite deiner Sonne noch einmal genau an. Welche Schlussfolgerungen bieten sich dir an?

Finde für jede Ursache von der linken Seite eine positive Verbesserung, die du auf der rechten Seite auf die Sonnenstrahlen schreibst.

Nimm genau wahr, welche Verbesserungen und Ideen möglich sind, um dein Ziel zu fokussieren und zu erreichen.

4. Schritt: Die Sonne geht auf über deine Änderungen

Falte das Papier in der Mitte. Die linke Seite der Sonne klappst du nach hinten, so dass dich nur noch deine Ziel-Sonne anlächelt. Hänge das Blatt sichtbar auf, damit du es mehrmals am Tag sehen kannst.

Melanies Ziel war es, in Zukunft ihre Zusagen einzuhalten. Als sie über Verbesserungen nachgedacht hat, ist ihr aufgefallen, dass sie zu wenig Zeit für sich selbst einplant. Deswegen trägt ihre Ziel-Sonne den Titel: „Mehr Zeit für mich.“.

Der positive Effekt dieser Übung ist, dass du dich nicht mehr auf deine Fehler konzentrierst, sondern auf das präzise Lernen aus Fehlern. So kannst du dir vielleicht in Zukunft denken: „Mensch, das war ja mal ein wertvolles Lerngeschenk.“

Was war dein wertvollstes Lerngeschenk? Oder geht dir immer noch ein Fehler nach? Schreibe mir oder hinterlasse einen Kommentar. 

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