Welche Rolle spielst Du und wie viele?

Welche Rolle spielst Du und wie viele?

Welche Rolle spielst Du und wie viele?

Das ist die Überschrift meines Trainings für mehr Selbstbewusstsein. Sie könnte auch lauten: Wer bin ich? Wie sehe ich mich selbst? Welche Rolle habe ich? Diese Fragen sind für Menschen von großer Bedeutung, wenn es um ihre Identität und ihr Selbstbild geht.

Die Antworten auf diese Fragen beschreiben, was unsere Identität für uns ausmacht. Beispielsweise das Geschlecht (ich bin eine Frau), die Körpergröße (ich bin groß) und unsere Rollen.

Was Rollen sind, wieso sie wichtig sind, was sie mit Authentizität und erfolgreicher Kommunikation zu tun haben, erfährst du in diesem Artikel.

Dein Leben, alles nur Theater?!

Hast du auch ein Lieblingstheaterstück oder eine Lieblingsserie? Gebannt verfolgst du das Leben der Hauptdarsteller mit ihren Höhen und Tiefen. Erträgst, wie ein Schicksalsschlag dem anderen folgt oder reitest auf der unfassbar hohen Welle des Glücks mit.

Egal, ob im Fernsehen oder im Theater. Es ist und bleibt ein Spiel mit Emotionen. Übertragen mit Worten, die rollen-gemäß, die Zuschauer berühren. Unterstrichen mit Mimik und Gestik. Ausgeschmückt mit realistischen Kostümen und einer passenden Kulisse. Diese Rollen sind vorgegeben, der Verlauf geplant und das Ende bekannt.

Das wahre Leben – die Realität – ist damit nicht zu vergleichen. Es bestehen Parallelen zum Theater. Auch du spielst im Laufe deines Lebens abwechselnde und verschiedene Rollen. Auf der Arbeit, in verschiedenen Sozialbeziehungen und Lebensphasen. Du bist Träger vieler unterschiedlicher beruflicher und privater Rollen.

Die Bedeutung der Rolle

Das Leben ist wie eine Rolle im Theater. Es kommt nicht darauf an, wie lange, sondern wie gut gespielt wird.

 

(Seneca, 4 vor Chr.)

Das Wort Rolle wird vom lat. rotula („Rädchen“) abgeleitet und wurde um 1400 aus dem Französischen (rôle) ins Deutsche entlehnt. Seitdem Ende des 16. Jh. bezeichnet Rolle den Anteil eines Schauspielers am Spiel.

In der Regel wurde dieser Teil auf einen handlichen Papierstreifen geschrieben, der bei den Proben so abgerollt wurde, dass nur der jeweils zu, sprechende Text sichtbar war (vgl. Kluge, etymologisches Wörterbuch).

Im Sprachgebrauch sagen wir „Das spielt keine Rolle“, um auszudrücken, dass etwas unbedeutend ist. Im Gegensatz dazu, ist eine Sache sehr wichtig, wenn sie eine „große Rolle spielt“. „Aus der Rolle fallen“, bedeutet, dass wir nicht mehr den üblichen Normen, bzw. Rollenerwartungen entsprechen.

Eine Rolle „spielen“: Dann bin ich nicht mehr authentisch!

Eine Rolle „spielen“ hat im Zusammenhang mit deinem wahren Leben nichts mit Theater oder Schauspielerei zu tun. Dieses Spiel bzw. die Fähigkeit erfolgreich eine Rolle auszufüllen ist die wichtigste Voraussetzung für positive und erfolgreiche Kommunikation. Der Vergleich zum Theater ist allerdings hilfreich, weil er manche Erklärung besser veranschaulicht.

Authentische Rollengestaltung

Wie du, arbeitet auch der Schauspieler ressourcenorientiert. Er aktiviert seine inneren Schätze. Der Rückgriff auf das eigene Leben der Darsteller ist ausschlaggebend für die inhaltliche Qualität aller theatralischen Äußerungen. Erst wenn persönliche Erfahrungen, Anliegen und Wünsche ins Spiel eingebracht werden, wird das Theaterspiel zu einer Auseinandersetzung mit der realen Lebenssituation und den eigenen Rollen.

In deinem wahren Leben ist es ähnlich. In deiner Rollenausübung gibt es zwischen dir als Person und der übernommenen Rolle ebenfalls eine Schnittmenge deiner inneren Schätze: Deine Erfahrungen, die eigenen Werte, Motive, Ziele und Interessen. Mit dieser Schnittmenge kannst du deiner Rolle gerecht werden. Du wählst nicht nur die Rolle, die zu dir passt, sondern auch der Situation angemessen ist.

Authentische Rollengestaltung

Welche Rolle passt zu dir?

Nimm beispielsweise an, du kommst nach Hause und findest immer öfter ein totales Chaos vor. Wie verhältst du dich? In welche Rolle würdest du schlüpfen? (Natürlich gibt es mehr als zwei alternative Rollenmöglichkeiten.)

A. Du schlüpfst in die Rolle des Diplomaten. Unauffällig, aber gezielt, fragst du nach, wie es zu dieser Unordnung gekommen ist. Im Gespräch wirst du die Ereignisse beratschlagen. Ruhig und sachlich vermittelst du, dass du dir mehr Ordnung wünschst und handelst eine alternative Lösung aus.

B. Oder Du übernimmst die Rolle des Cholerikers. Brüllst ‚rum und machst lautstark klar, dass du Ordnung haben möchtest, wenn du nach Hause kommst.

Ein anderes Beispiel:

Du hast Kollegen, die dir immer wieder Arbeit zuschieben, obwohl es nicht dein Aufgabengebiet ist. Es kostet dich Zeit und deine eigene Arbeit bleibt liegen.

A. Dann könntest du die Rolle des Verhandelnden übernehmen und einen Deal aushandeln. Etwa, dass du gerne den Text sichtest, wenn dir für eine Stunde das Telefon abgenommen wird. Ganz nach dem Motto: „Eine Hand wäscht die andere!“

B. Oder Du schlüpfst in die Rolle des Managers und positionierst dich deutlich: Ich habe keine Zeit. Ich schlage vor, du fragst einen anderen Kollegen oder erledigst es gerade selber.

In welche der Rollen du schlüpfst, ist abhängig von deinen Werten und Motiven, Interessen und Zielen. Das bedeutet, du findest die Rolle, die sowohl deinen Werten und Motiven entspricht und gleichzeitig zum Ziel führen. Du kannst also trotz des Rollenspiels, dir selber treu bleiben.

Nicht alles, was echt ist, will ich sagen, doch was ich sage, soll echt sein.

Ruth Cohn (Psychologin)

Wie viele Rollen spielst Du?

Bist du vielleicht Mutter, Vater, Tochter, Sohn, Schwester, Bruder, Freundin, Freund, Vereinsmitglied, Katzenliebhaberin, Yogi, Läufer, etc.? Zu deinen privaten Rollen kommen noch die beruflichen hinzu. Bei mir sind das: Trainerin, Coach, Mediatorin und Bloggerin.

Auf wie viele Rollen kommst du, wenn du sechzig Sekunden darüber nachdenkst? Bei mir sind es fünfzehn Rollen. Und bei dir? Möglicherweise kommen noch weitere hinzu, wenn du länger darüber nachdenkst. Aufgrund dieser Rollenvielfalt hat sich auch unsere Vorstellung von Identität gewandelt.

Früher hatten wir nicht so viele Rollen, weil die sozialen Rollen der Menschen weitgehend vorherbestimmt waren. Zu Zeiten unserer Großeltern gab es keine größeren Schwankungen in den Lebensläufen der Einzelnen. Diese waren geprägt durch Geburt, Geschlecht und die gesellschaftliche Stellung der Eltern. Wer als Bauer geboren wurde, blieb Bauer, der Sohn eines Schmiedes oder eines Adligen setzte sehr wahrscheinlich die Tradition fort.

Gemischte Persönlichkeit – Me´s

In der heutigen Zeit übernimmst du jedoch verschiedene Rollen und verschiedene Verhaltensweisen. Je nachdem, in welchem sozialen Kontext du dich gerade befindest. Du kannst zwischen zahlreichen beruflichen Entwicklungen, Beziehungen, Aufenthaltsorten und sozialen Aktivitäten wählen.

Man spricht dann von „gemischter Persönlichkeit“ oder von „me`s“. Die gemischte Persönlichkeit bietet eine Rollenvielfalt an, die, je nach Situation, Teile deiner Identität flexibel einsetzt.

Im Prinzip bringt jeder Moment, in dem wir mit anderen Menschen in sozialem Austausch stehen, eine neue Facette unseres Selbst hervor. Daraus folgt, dass unter Identität ein lockerer Zusammenschluss verschiedener „me’s“ verstanden werden kann.

Was sind die Vorteile von Rollen?

Lebensstrategie: Ein Vorteil ist, dass du manche Rollen übernimmst, weil du damit im Leben gute Erfahrungen gemacht hast. Solche „Lebensstrategien“ wiederholen wir unreflektiert. Und zwar, so lange bis die Rolle einfach nicht mehr funktioniert.

Sicherheit: Eng definierte Rollen geben dir Sicherheit und Orientierung. Du weißt, was von dir erwartet wird und was zu tun ist. Du hast die Möglichkeit, die zugehörigen Verhaltensmuster zu lernen und dich darin „auszuruhen“. Das spart viel Energie.

Rollen haben viele Vorteile.

Persönlichkeit leben: Manche Rollen erlauben dir, bestimmte Teile deiner Persönlichkeit zu leben. Bewusst oder unbewusst wählst du sie als Ausdruck deines Selbst. Das tut dir gut, weil du dich in dieser Rolle wohlfühlst. Ein kreativer Mensch sucht Berufsrollen, die ihm erlauben diese auszuleben: Floristin, Game Designer, Illustrator, etc.

Rollenvielfalt: Rollen bereichern dein Leben. Was wäre das Leben, wenn du nur Angestellte, und nicht auch Freundin, Nachbarin oder Netzwerkerin wärst? Was, wenn du nur Manager, aber kein Träger eines Ehrenamts, Vater, Sohn oder Modellbauer bist? Es ist die Vielfalt, die nicht nur dir, sondern auch dem Miteinander und Gemeinwohl gut tut.

Du bist der Regisseur deines Lebens

Zwischen Theater und dem wahren Leben gibt es einen entscheidenden Unterschied: Im wahren Leben bist DU der Regisseur deines eigenen Lebens. Das bedeutet, dass deine Identität eine aktive Eigenleistung ist, die du dir erarbeiten kannst.

Du entscheidest selber, welche Rolle du loslassen oder ausbauen und erweitern möchtest. Das hört sich einfach an. Solche Veränderungen brauchen manchmal Geduld und Zeit.

Deswegen empfehle ich im Kleinen anzufangen und zu üben. Ein anderes Mal wiederum, macht es Klick im Kopf, die Glühbirne geht an und du legst los. Eine Hilfestellung zur Rollengestaltung gibt es im nächsten Artikel in zwei Wochen.

Beispiel aus dem Coachingalltag

Eine selbstständige, unabhängige Frau findet den Mann ihres Lebens. Sie heiraten und kurz darauf bekommen sie ihr erstes Kind. Nach einem Jahr Elternzeit fängt sie an in Teilzeit zu arbeiten.

…für ungünstiges Rollenverständnis

Sie organisiert die Unterbringung und Abholung des Kindes. Bevor sie arbeiten geht, hat sie bereits vorgekocht, aufgeräumt, geputzt, gewaschen und eingekauft. Ihr Mann braucht sich nach der Arbeit lediglich zwei Stunden um das Kind zu kümmern.

Wenn sie nach Hause kommt, herrscht ein totales Durcheinander und er liegt erschöpft auf dem Sofa. Ihre Arbeit ist genauso anstrengend wie seine. Trotzdem fängt sie an aufzuräumen. Ein Hilfsangebot ihres Mannes gibt es nicht.

An ihren freien Tagen passt sie das Abendessen so ab, dass es noch warm ist, wenn ihr Mann nach Hause kommt, damit sie gemeinsam essen können.

Was meinst du? Welche Rolle nimmt sie hier ein? Ist sie Ehefrau, Mutter, Hausangestellte?

Eine Zeit lang macht sie das mit. Sie redet mit ihm. Es ändert sich nichts. Je mehr Zeit vergeht, umso größer wird ihre Ablehnung und Wut auf ihren Mann. Der Gedanke breitet sich aus, dass sie genauso gut alleine leben könnte. Ihr Mann ahnt nichts von dem Sturm, der aufzieht.

Sie hört auf mit ihm zu reden oder zu streiten. Es fehlt ihr an Kraft und Energie. Außerdem ist es für sie selbstverständlich, dass der Partner ungefragt mithilft.

… für Rollenklarheit

Im Coaching besprechen wir die Situation und arbeiten heraus, dass sie das Rollenverhalten ihrer Mutter als Ehefrau nachahmt. Obwohl dieses Verhalten nichts mit ihrer Vorstellung einer Ehe zu tun hat. Als ihr das klar wird, lässt sie diese nachgeahmte Rolle los.

Rollen auf Augenhöhe.

… für Rollengestaltung

Sie fängt an „ICH-Zeiten“ in ihre arbeitsfreien Tage einzuplanen. Ohne schlechtes Gewissen. Sie meldet sich im Fitnessstudio an und besucht dort regelmäßig Kurse. Trifft sich mit Kolleginnen zum Kaffee. Fährt auch mal zur Arbeit ohne vorher den Kühlschrank aufgefüllt oder gekocht zu haben.

Inzwischen frisst sie den Ärger nicht in sich hinein, sondern teilt ihrem Mann mit, dass sie Unterstützung braucht und bittet ihn ganz konkret um seine Hilfe. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ihr Mann fühlt sich gebraucht und in die Familie integriert. Er kann mitgestalten und mitmachen. Sie fühlt sich seitdem leichter, entspannter und zufriedener. Das Verhältnis in der Beziehung ist auf Augenhöhe und nun sitzen beide gemeinsam auf dem Sofa.

Rollenbewusstsein

Für ein Rollenbewusstsein musst du zunächst erkennen, dass du eine Rolle innehast. Jeder Mensch übt von Geburt an verschiedene, mitunter gegensätzliche Rollen aus und in jeder Rolle verhält er sich den Rollenerwartungen entsprechend anders.

Rollenbewusstsein

Dann solltest du wissen, welche Rolle das ist. Mach dir bewusst, welche Rollen dir von außen durch Kultur und Gesellschaft aufgezwängt werden. Diese Fragen können dir dabei helfen:

Weißt du genau, was deine Aufgaben und deine Rollen sind?

Welche Erwartungen gehen damit einher?

Welche möchtest du gerne spielen bzw. welche Rollenmöglichkeiten hast du?

Wenn du dir deiner Rollen bewusst bist, kannst du diese nach deinen Interessen und Wünschen gestalten. Du trittst nicht nur selbstbewusster und zufriedener auf, sondern hast damit die Fähigkeit erfolgreich und positiv zu kommunizieren.

Rollenklarheit

Klarheit stellt in einer beruflichen und sozialen Rolle eine wichtige Ressource dar. Nur wenn eindeutig ist, welche Erwartungen dein Umfeld an dich hat, kannst du erfolgreich handeln. Klar umrissene Rollen, klare Aufgaben und Verantwortlichkeiten – das alles gibt Sicherheit und bietet eine eindeutige Orientierung im Alltag.

Rollenklarheit ist wichtig für eine gute Rollengestaltung.

Rollen schränken einerseits den Verhaltensspielraum ein, geben zum anderen Sicherheit. Wer seine Rolle kennt, muss sich nicht immer wieder fragen, was er in jeder Situation tun soll. Die Rolle definiert, was zu tun ist und was nicht.

Wie klärst du Rollen?

Deine unterschiedlichen beruflichen und privaten Rollen können manchmal im Konflikt zueinander stehen. Sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Es gelingt nicht, allen stets gleichmäßig gerecht zu werden. Schwierigkeiten tauchen dann auf, wenn du abweichende Vorstellungen über das Ausüben der Rolle hast als deine Umgebung.

Beispielsweise durch das Verfestigen von ungünstigen Rollenvorstellungen wie in dem vorher genannten Beispiel aus dem Coaching Alltag. Also sowas wie „Ich muss die perfekte Mutter sein.“ oder „die liebevollste Partnerin“ oder „der penible Kontrolleur“, etc.

Hier sind deine innere Klarheit und aufmerksame Selbstreflexion gefragt:

Wie wohl fühlst du dich in deiner Rolle?

Wie beeinflusst dein Rollenverhalten deine Umgebung?

Welche Handlungs- und Entscheidungsspielräume besitzt du?

Rollenklarheit macht es dir möglich, trotz der Erwartungen deines Umfeldes, deine eigene Position einzunehmen.

Rollenerwartung

Im Theater erwarten die Zuschauer, dass die Schauspieler im vorgegebenen Rahmen des Stücks bleiben und sich an ihren Text halten.

Auch innerhalb anderer sozialer Systeme – wie Gruppe, Familie, Organisation – sind die verschiedenen Rollen definiert: der Platz des Einzelnen im System, das dort gewünschte Verhalten und die Beziehung zu anderen Mitgliedern des Systems.

Du selbst stehst auch immer in vielen Rollen, je nachdem, in welchem Rahmen du dich gerade bewegst: als Staatsbürger, als Kunde im Supermarkt, in deiner Familie als Onkel oder Tante, als Mitglied in deiner Interessenvertretung etc.

Überall wird von dir erwartet, dass du dich an Verhaltenserwartungen hältst und dich im Rahmen deiner Rolle verhältst.

Rollenerwartungen erfüllen, ja oder nein?

Eine Rolle beschreibt also ein Verhalten, das in bestimmten sozialen Situationen zu zeigen ist. Sie beschreiben Verhaltenserwartungen anderer Personen an einen selbst.

Einem meiner Kunden ist der Vater und kurz darauf die Mutter verstorben. Er ist trotzdem zur Arbeit gegangen. Er war verständlicherweise sehr dünn häutig. Nachdem er offen kommuniziert hat, dass er aus gegebenem Anlass vielleicht nicht 100 % leisten kann, konnte sein Team dessen Erwartungen entsprechend anpassen. Gerade hier zeigt sich der Nutzen von Rollen und Rollenklarheit. Einforderbares und berechenbares Rollenverhalten ist ein guter Schutz gegen Willkür, Verletzungen und Missverständnissen.

Inwiefern wirst du mit unterschiedlichen oder widersprüchlichen Erwartungen konfrontiert? Schreibe mir einen Kommentar.

Erwartungen führen zu Konflikten

Wenn dein Handeln nicht den Annahmen deiner Umwelt entspricht, werden Erwartungen enttäuscht und Konflikte entstehen.

Rollenkonflikte können Stress verursachen. Die Symptome einer Rollenüberforderung zeigen sich unter Umständen als Krankheit, beruflicher Erfolglosigkeit oder latenter Unzufriedenheit.

Hier ist es gut zu wissen, dass Rollenkonflikte unterschiedliche Facetten haben. Dieser Blick von oben erleichtert es dir deinen Handlungsspielraum zu erweitern.

Rollenkonflikte verursachen Stress.

Inter-Rollenkonflikt

Es gibt die Konflikte zwischen den gesellschaftlichen, beruflichen oder privaten Rollen. Ein klassisches Beispiel ist die berufstätige Mutter, die gleichzeitig ihre Eltern pflegt und Mitglied in einem Verein ist. Sie steht zwischen mehreren Stühlen und kommt wahrscheinlich selbst zu kurz. Das führt auf Dauer zu Unzufriedenheit.

Ein Konflikt, der aufgrund widersprüchlicher Erwartungen an verschiedene Rollen entsteht, wird als Inter-Rollenkonflikt (inter = zwischen) bezeichnet.

Personen-Rollen-Konflikte

Dann gibt es Konflikte, die in der Person und der Ausübung der Rolle liegen. Das passiert, wenn die Erwartungen mit der eigenen Persönlichkeit, den Werten und Motiven kollidieren.

Du nimmst zum Beispiel eine neue Stelle an. Im Laufe der Zeit stellst du fest, dass weniger im Team gearbeitet wird, sondern vielmehr jeder gegen jeden arbeitet. Sollte dieses Verhalten deinen Werten entsprechen, dann wirst du dich gut zurechtfinden. Ist dir allerdings Teamgeist und Wertschätzung wichtig, wirst du nicht glücklich werden.

Intra-Rollenkonflikt

Beim Intra-Rollenkonflikt (intra = innerhalb) handelt es sich um einen Konflikt, der aufgrund einer einzigen Rolle entstehen kann.

Der Konflikt entsteht, sobald die an den Rolleninhaber gerichteten Erwartungen widersprüchlich oder nicht eindeutig sind: Ein Schüler beispielsweise hat als Rollenträger selbst Erwartungen an sich, wie er sich in seiner Rolle verhalten möchte.

Vielleicht möchte er gute Noten haben, seine Freunde erwarten von ihm, dass er kein Streber ist. Gleichzeitig verlangen die Eltern, dass er sich seinen Klassenkameraden gegenüber durchsetzt, andererseits den Lehrern unterordnet. Lehrer und Mitschüler haben entgegengesetzte Erwartungen, was das Abschreiben betrifft.

Hier hat sowohl der Schüler selbst, als auch mehrere verschiedene Personen oder Personengruppen, widersprüchliche Erwartungen an seiner Rolle.

Handlungsspielraum erweitern

Mit deinem Rollenbewusstsein und der Rollenklarheit kannst du deine Rollen gestalten. Und den Spielraum vergrößern, der dir für dein Handeln zur Verfügung steht. Der Handlungsspielraum im Umgang mit Erwartungen hängt in großem Maß von deiner Interpretation der Erwartungen ab.

Diese ist abhängig vom eigenen Selbstbild,

von den bisherigen Rollenerfahrungen,

der formalen und informellen Macht,

der Abhängigkeit im System und der Rollenalternativen.

Während die frühen Begründer der Rollentheorie davon ausgingen, dass das Rollen handeln aufgrund der Normen, der Erwartungen und vor allem der zu erwarteten Sanktionen eng begrenzt ist, wird heutzutage die Freiheit größer gesehen: Der Rollenträger bestimmt mit, wie er mit den Erwartungen umgehen will und ob er sie erfüllen möchte!

Erwartungen sind schließlich keine Aufgaben, die per se zu erfüllen sind.

Möglichkeiten nutzen, um den Handlungsspielraum zu erweitern.

Es kommt also darauf an, wie DU mit den Erwartungen umgehst:

Vertrittst du deine eigene Position? Kannst du deinen Handlungsspielraum erweitern?

Schreibe mir, welche Erfahrungen du gesammelt hast.

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