Was ist die Komfort-, Lern- und Panikzone?

Was ist die Komfort-, Lern- und Panikzone?

Was ist die Komfort-, Lern- und Panikzone?

Es gibt viele Artikel, die beschreiben, wie Du aus der Komfortzone rauskommst. So einen habe ich auch in Petto. (Melde Dich für den Newsletter an, damit Du ihn nicht verpasst.)

Weniger Artikel findest Du darüber: Was sind die einzelnen Zonen? Wozu solltest Du sie kennen und nutzen? Das möchte ich mit diesem Artikel ändern und Dir gleichzeitig meine eigene Komfortzonen-Geschichte erzählen.

Das Komfortzonenmodell

Das Komfortzonenmodell stellt dar, unter welchen Bedingungen wir als Menschen am besten lernen und uns weiterentwickeln können. In der Grafik des Komfortzonen Models erhältst Du einen Überblick über die jeweiligen Zonen.

Ich besuche regelmäßig Fort- und Weiterbildungen. Setze mich Ungewohntem aus, um zu lernen. Das ist mein Weg, um up-to-date für meine Kunden zu bleiben und mein persönliches Wachstum zu fördern.

Zum Thema Komfortzone habe ich letztes Jahr im Mai ein Seminar belegt. Am zweiten Tag wurde ich von dem Seminarleiter herausgeworfen. Das war meine Premiere.
Heute kann ich darüber lachen. Damals war ich definitiv nicht mehr in meiner Komfortzone, sondern -in Bezug auf den Rauswurf- in der Panikzone. Mehr dazu, später in diesem Artikel.

Die Komfortzone

Die Komfortzone

Unsere Lieblingszone

Das ist unser aller Lieblingszone. DU, ICH, ALLE sind gerne drin. Die einen mehr, die anderen weniger. Die Komfortzone ist das Bekannte, das Sichere und schon dagewesene. Es ist das Gegenteil von Veränderung. Du kannst sie mit einem bequemen Sofa vergleichen auf dem Du Dich entspannt zurücklehnst.

Bewegst Du Dich in Deiner Komfortzone, dann handelst Du, wie Du es gewohnt bist. Von außen betrachtet ist es das physische und materielle Wohlbefinden, wie die warme Dusche, der gewohnte Tagesablauf, und so weiter.

Das gibt Dir ein sicheres und gutes Gefühl. Kein Wunder, dass Du lieber ausgetretene Pfade gehst. Schließlich hast Du mit diesem Handlungsschema gute Erfahrungen gemacht. Alles ist wie gewohnt – Deine üblichen Verhaltensweisen führen Dich zum Erfolg. Du sicherst Dich vor negativen Erfahrungen, unangenehmen Gefühlen und Stress.

Die Lernpsychologie hat gezeigt, dass wir uns nur wenig weiterentwickeln können, solange wir uns innerhalb unserer Komfortzone befinden.

STOP – Lernen und Entwickeln in der Komfortzone?

STOP!

Wieso ist ein Lernen und

Entwickeln

in der Komfortzone nicht möglich?

Für Wachstum und Entwicklung ist die Erfahrung, auf neue Herausforderungen flexibel reagieren zu können, bedeutend. Es ist essenziell für Dich zu erleben, dass Du eine Situation gut meistern kannst, weil das zur Stärkung Deines Selbstvertrauens beiträgt.

Das findet in Deiner Komfortzone nicht statt, weil Du in gewohnten Mustern denkst und handelst. Neue Impulse bzw. andere Sichtweisen bremst Du aus und verhinderst, auf neue Herausforderungen flexibel zu reagieren.

Wer Angst hat in die Lernzone zu gehen, entwickelt eine Strategie unangenehmes gezielt zu vermeiden. In der Psychologie nennt sich das Vermeidungsverhalten. Du weichst bestimmten Situationen oder Handlungen aus, die Du als potenziell gefährlich wahrnimmst.

Das ist energieaufwendig und kräftezehrend, sodass Du blockiert bist und Deine Lebensqualität darunter leidet.

Vermeidungstaktik

Aufgrund der entwickelten Angst meidest Du –ungeprüft- Situationen. Möglicherweise sind sie gar nicht riskant für Dich und Du schränkst Dich unnötig ein. Erst recht gehst Du keine Risiken ein. Wie zum Beispiel ein notwendiger Jobwechsel oder die Lösung eines Konfliktes.

Du harrst einfach dort aus, wo Du bist. In einer kleinen, engen, geschlossenen Box. Hier sitzt Du auf Deinem Sofa. Die Box ist so klein, dass Du mit dem Kopf die Decke berührst, sobald Du versuchst vom Sofa aufzustehen. Erst, wenn Du bereit bist eine oder zwei Seiten Deiner Box zu aufzustoßen, kannst Du herausschauen, Dich strecken und „frische Luft atmen“. Der Welt „HALLO“ sagen und lernen.

Die Seminargeschichte

Wie versprochen:

Hier geht es weiter mit meiner

Seminar-/Komfortzonen-

Geschichte.

Mit geschlossenen Augen gehe ich im Dunkeln durch einen mit Kerzen beleuchteten Raum. In der Mitte des Raumes liegen zwischen den Kerzen verteilt Tarot Karten.

Der Trainer sagt leise: „Schließe die Augen und lasse den ‘Inneren Begleiter‘ Dich finden.“ Wir werden gebeten stehen zu bleiben und die Augen zu öffnen, um uns vom „Inneren Begleiter“ finden zu lassen. Alle Teilnehmer wählen eine Tarot Karte. Ich bin irritiert.

Hatte nicht verstanden, wie ich mit geschlossenen Augen eine Karte wählen soll. Welche Karte nehme ich jetzt? Die haben alle eine Bedeutung, die ich nicht kenne!!

Erstmal halte ich nichts von diesen Karten. Zweitens kann niemand mit geschlossenen Augen eine Wahl treffen. Drittens ist die Aufgabe bescheiden: wieso Tarot Karten? Können das nicht Fotos von Promis, Sportlern oder Künstlern sein? Damit könnte ich mich identifizieren. Fakt ist, ich habe keine Karte und koche innerlich vor Wut!

Die Lernzone

Die Lernzone

Lernen bedeutet, subjektive Grenzen zu überschreiten.

Wie Du siehst, befand ich mich in der Lern- bzw. Stretch Zone, weil ich vor unbekannten Herausforderungen stand:

1. Zugegeben. Ich hatte ein Problem damit, in einem von Kerzen erleuchteten Zimmer, nach der passenden Tarot Karte für mich zu suchen. Es war ein innerer Widerstand da.

2. Für mich war die Anleitung nicht klar. Wenn ich lerne, möchte ich genau wissen, was ich tue und wozu ich es tue.

Innere Widerstände zu überwinden und Fragen zu stellen sind Bestandteil von Lernenden im Lernprozess. Als Trainer, Coach lernst Du das in Deiner Ausbildung.

Der Seminarleiter hat meine Frage: „Wieso werden Tarot Karten genutzt und nicht Bilder oder Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik, Sport, etc.?“ als Kritik aufgefasst. Er ist nicht in der Lage, seine Seminarteilnehmerin in der Lernzone zu unterstützen. Meinen inneren Widerstand aufzulösen, um meine subjektive Grenze zu überschreiten.

Lernen und Grenzen überschreiten

Lernen bedeutet

subjektive Grenzen überschreiten

Es gibt Menschen, die befinden sich beim Wandern oder bei der Navigation mit Karte und Kompass in der persönlichen Lernzone. Für andere besteht das Abenteuer darin, keinen Handyempfang zu haben, zu fasten oder einen Vortrag zu halten.

Veränderung und persönliches Wachstum finden statt, wenn Du Dein Sofa bewusst verlässt, um Dich Ungewohnten auszusetzen. Es reicht nicht aus, das Erlebte mit dem Kopf nachvollziehen zu können – auch Herz, Hand und Körper fördern das Lernen aus Erfahrung.

Wenn Du gezielt Hilfe suchst, um in die Lernzone zu kommen, ist es wichtig einen erfahrenen Partner auf Augenhöhe zu haben. Den Prozess des Lernens nehmen wir nicht immer als solchen wahr. Es ist o.k., wenn Du liebevoll herausgefordert wirst, Dein Sofa zu verlassen.

Sobald Du den ersten Schritt in die Lernzone machst, ist es die Aufgabe Deines Sparrings Partners Dich verständnisvoll zu begleiten. Schließlich betrittst Du neue Wege, neues Gelände, unbekanntes Terrain. Du kannst physische und psychische Grenzen erfahren und erleben.

Gewohnte Denk-, Fühl- und Verhaltensschemata greifen nicht mehr. Vielleicht noch teilweise oder Du musst sie hinterfragen. Es ist auch möglich, dass sie als Basis für „Erweiterungen“ dienen. Es kann/muss eine Neuorientierung bzw. ein Lernprozess stattfinden, um an dieser Grenze zu bestehen. Hier erweiterst Du Deine Komfortzone und verschiebst Deine Grenzen.

Mein Rauswurf aus der Komfortzone, ähm Seminar.

Mein Rauswurf

aus der Komfortzone,

ähm Seminar.

In einem Acht-Augen-Gespräch (die drei Trainer und meine Wenigkeit) teilt mir der Trainer mit, dass er keine Lust hat mich zu begleiten und ich gehen muss.

Nochmal zur Erinnerung. Dieses Team leitet ein Seminar zum Thema „Aus der Komfortzone kommen“. Die drei sind nicht in der Lage, Kritik umzudeuten, um aus der Komfort- in die Lernzone zu kommen und wieder zurück? Wo bin ich nur gelandet?

Normalerweise gilt für Trainings und Seminare: „Practice what you preach!“ Hier offensichtlich nicht.
Der Seminarleiter meinte, dass er „mit Kritik nicht umgehen kann und dass es bei dieser Entscheidung bleibt“. Scheinbar hat ihn meine Frage aus der Komfortzone in die Panikzone gebracht.

Die Panikzone

Die Panikzone

In der Panikzone hast Du Deinen Komfortbereich soweit verlassen, dass die gewöhnlichen Grenzen weit hinter Dir liegen. Du hast nur ein Bedürfnis: Möglichst schnell in den Komfortbereich zu kommen! Hier ist die Wahrscheinlichkeit auf Veränderung unrealistisch, weil es ums Überleben geht.

Die bisweilen traumatisierende Erfahrung sorgt eher für eine Manifestierung der gewohnten Grenzen. Zudem wird der Bereich der Veränderungszone so sehr mit Angst besetzt, dass ein Austesten der eigenen Grenzen zunehmend vermieden wird!

Kampf oder Flucht Modus

Gleichzeitig konnte die Lernforschung beweisen, dass wir ebenso wenig lernen, wenn wir uns in Zuständen großer Angst oder Furcht bewegen: Unser Kopf signalisiert uns dann, dass wir uns in einer Notfallsituation befinden, und es sind im Vorderhirn die Bereiche überlastet, die beim Lernen aktiv wären.

Wir haben das Gefühl, dass es uns gleich an den Kragen geht und schalten in einen „Kampf oder Flucht“ Modus. In unseren Köpfen herrscht Alarmstufe rot, wir sind in der Gefahrenzone.

Es ist unmöglich in einem solchen Panikzustand zu lernen oder über uns selbst hinauszuwachsen. Da es in der Gefahrenzone um das Überleben geht, können wir unsere Handlungen weder reflektieren, noch über sie nachdenken. Wir wollen einfach nur weg, raus aus der Situation.

Erfahrungen weiten Deine Zonen

Vielleicht denkst Du: „Komisch, die ist Coach und Trainerin, die kann doch mit solchen Situationen um.“
Nein. Mit der Mitteilung „Du musst gehen!“ konnte ich nicht umgehen. Für mich war dieses Verhalten unprofessionell und ich war in der Rolle der Lernenden dort. Meine Erwartungshaltung war, dass ich im Gespräch einen Schritt nach vorne komme und nicht herausgeworfen werde.

Neben Coach und Trainerin bin ich „ICH“. Und das ist gut so, weil ich meine Erfahrungen heute mit Dir teilen kann. Allerdings habe ich als Trainerin die Situation reflektiert. Die Entscheidung des Seminarleiters war richtig.

Er hatte mit mir ein persönliches Problem. Das war der Grund, warum er mich in meiner Lernzone behindert hat. Manchmal ist das so. Dann triggerst Du bei Deinem Gegenüber etwas aus der Vergangenheit und die Chemie stimmt nicht. Ja, Trainer und Coaches sind auch nur Menschen!

Der Nutzen Deiner Lernzonen

Was hast Du davon,

wenn Du Deine

komfortable Couch verlässt?

Indem Du Dich regelmäßig Herausforderungen stellst und in die Lernzone gehst, gewöhnst Du Dich an unbekannte Situationen. Durch die Wiederholung werden sie Teil Deiner Komfortzone. Das bedeutet: Je öfter Du Dich aus Deiner Komfortzone herausbewegst und neue Erfahrungen machst, desto größer wird sie!

Eine große und breite Komfortzone macht Dich flexibel, weil

  • Du Ängste loslässt,
  • viel Neues lernst,
  • Erfahrung sammelst,
  • Dich besser kennen lernst,
  • selbstsicherer bist.

Das alles sind gute Maßnahmen stressfreier zu leben, zufrieden, glücklich und selbstbewusster zu sein. Ich finde, dass dieser Weg ein lohnendes Ziel ist. Wie siehst Du das? Schreib mir Deine Komfortzonen-Geschichte. Ich freue mich.

In meinem nächsten Artikel erfährst Du, wie Du trotz Angst Deine Komfortzone verlassen kannst.

 

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